Sonntag, 7. Februar 2010

Wieviele Christen brauche ich, um eine Glühbirne zu wechseln?

Charismatiker: Einen.
Weil die Hände sowieso beständig in der Luft sind.

Pfingstler: Zehn.
Einen, um die Glühbirne zu wechseln, Neun zum Beten gegen den Geist der Dunkelheit

Presbyterier (Calvinisten): Keinen.
Weil das Licht an und aus geht zu streng vorherbestimmten Zeitpunkten.

Römische Katholiken: Keinen.
Die haben eh nur Kerzen.

Baptisten : Mindestens Fünfzehn.
Einen, der die Glühbirne wechselt und mindestens drei Komitees, um den Wechsel zu überprüfen und festzulegen, wer Kartoffelsalat und Backhendel bringt.

Methodisten: Unklar.
Egal, ob dein Licht klar, düster oder aus ist, du bist immer geliebt.
Bring zum nächsten sonntäglichem Erleuchtungsgottesdienst eine Glühbirne deiner Wahl mit und etwas zu essen.

Unierte Orthodoxe: Man weiß es noch nicht.
Die warten noch auf die Erlaubnis von Rom, die Glühbirne zu wechseln.

Anglikaner: Acht.
Einen, der den Elektriker holt, Sechs, die sagen, dass ihnen die alte Birne besser gefallen hätte, und ein Abtrünniger, der dazu aufruft, bei den Römisch Katholischen die Kerzen zu stehlen.

Zeugen Jehovas: Keinen.
Weil die sind zu sehr damit beschäftigt, an die Türen zu klopfen und jedem zu erzählen, dass sie das falsche Licht haben.

Amish: Was ist eine Glühbirne?

Juden: Wo ist Jakobs Leiter, wenn man sie mal braucht?

Ungläubige: Keinen.
Ungläubige sitzen lieber im Dunkeln.


And last not least:

Neokatechumenale:

Bei Dir ist es stockfinster.
Gott gibt Dir eine Glühbirne und einen Phasenprüfer.
Mach mindestens drei Stunden Scrutatio und eine halbe Stunde stilles Gebet, um herauszufinden, was Gott Dir mit der Glühbirne und dem Phasenprüfer sagen will.

Hast Du es herausgefunden, aber immer noch kein Licht, unternehme eine Wallfahrt nach Loreto, um die Madonna um Fürsprache für die Gnade der Erleuchtung zu bitten.

Du kommst nach Hause.
Vielleicht hast Du Licht.
Vielleicht hast Du auch keines.
Macht nix. So wie es ist, ist es gut für Deine Umkehr.
Du bist, ob es dunkel ist oder hell, seeeehr zufrieden.
Denn immerhin hattest Du eine schöne Wallfahrt.

Sonntag, 8. November 2009

Buchvorstellung: "Heiligkeit für Anfänger"


Heute möchte ich den geneigten Lesern von "Apostolicam Actuositatem" ein Buch eines Schweizer Freundes vorstellen:

"Heiligkeit für Anfänger" von Stefan Fleischer.

Dieses Buch verzichtet bewusst auf religiöse Sachdebatten und Reizthemen, sondern beschäftigt sich in wohltuend einfacher Sprache mit der Haltung eines Christen auf dem Weg zur Heiligkeit.
Heiligkeit ist kein exklusives Privileg einiger weniger Auserwählter, sondern gemäss des 2. Vatikanums (s.a. die Dekrete Lumen Gentium und Apostolicam Actuositatem) die Berufung eines jeden Christen, auch und besonders der Laien.

"Habt keine Angst, die Heiligen des 3. Jahrtausends zu sein" rief Johannes Paul II. den Jugendlichen während der Vigil des Weltjugendtages 2000 in Rom zu.
Und diese Heiligkeit verwirklicht sich im alltäglichen Leben, sie enstspringt der inneren Haltung des Christen, eine Haltung, in der sich die Seligpreisungen der Bergpredigt sichtbar erfüllen.

Das Buch bietet Hilfe zu einer lebendigen Beziehung "Leser-Gott", berichtet beispielsweise über persönliche Erfahrungen des regelmässigen Gebets und geistiger Übungen.
Auch die Stolpersteine auf dem Weg zur Heiligkeit kommen in dem Buch zur Sprache, menschliche Schwächen, wie Stolz, Überheblichkeit, Habgier. Dinge, die die Beziehung "Gott-Mensch" und deshalb auch die Beziehung zwischen den Menschen behindern.
Die Heiligkeit, die man auch mit Bekehrung umschreiben kann, ist eine Sache, die man sich jeden Tag neu erbitten und "erkämpfen" muss.

Man wird in diesem Buch jedoch keine moralinsauren Verhaltensregeln finden, auch eine konkrete christliche Gebrauchsanweisung für spezielle Lebenslagen sucht man in "Heiligkeit für Anfänger" vergebens.
Man kann "Heiligkeit für Anfänger" getrost als ein geistiges Vademecum bezeichnen, einen Ratgeber, der deshalb so glaubwürdig und authentisch ist, weil er in vielen Dingen auf der persönlichen Glaubenserfahrung des Autors basiert.

Wer wie ich ein Fan von Thomas de Cempis' "Nachfolge Christi" ist, wird auch dieses Buch lieben.

"Heiligkeit für Anfänger" von Stefan Fleischer ist über den Dominus Verlag in Augsburg zu beziehen (ISBN 3-934225-41-1) und kostet 12€.

Das Kreuz mit dem Kreuz - Der Kampf um christliche Symbole in öffentlichen Räumen

Gross ist die Empörung in Italien und auch hierzulande über ein letzte Woche erfolgtes Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, dieser hatte am Dienstag einer italienischen Klägerin Recht gegeben, die im Kruzifix in öffentlichen Schulen eine Einschränkung des Erziehungsrechts der Eltern und der Religionsfreiheit sah.

Meine 5 Cent dazu:

Bei uns in Bayern gab es vor gut 10 Jahren eine sehr heftige Diskussion über die Kreuze, die in den Klassenzimmern hängen.
In München wurde eine Demo veranstaltet und wir Neokats gingen in geballter Ladung natürlich auch hin.
Als Argument pro Kreuz hörte man damals wie heute oft die "christlichen Wuzeln Europas und die daraus entstandene Tradition". Das Argument ist richtig und wahr, aber es ist "zu kurz". Denn diese christlichen Wurzeln bringen mittlerweile nur noch verdorrtes Geäst hervor.

Ich reagiere mittlerweile ziemlich gereizt, wenn das Kreuz des Herrn, der für mich freiwillig und aus Liebe in den Tod gegangen ist und auferweckt wurde, der sich zu meinem Heil ans Kreuz schlagen liess, von einem Grossteil der "Traditionschristen" zu einem Symbol (sic!) unserer abendländischen Werte und christlichen Kultur (was ist das eigentlich?) herabverniedlicht wird.

Wenn das Kreuz tatsächlich lediglich als Symbol unserer abendländischen Kultur und des Wertesystems herhalten muss, also weit unter Wert verkauft wird, dann lieber weg damit.
Denn dieses Wertesystem gibt es schon lange nicht mehr, das dürfte jeder realisieren, der über ein halbwegs intaktes Realitätsbewusstsein verfügt.

Das Kruzifix ist ein Symbol für etwas, das viel wichtiger ist:
der Glaube an den Gekreuzigten und Auferstandenen.
Und Faktum ist: ein Grossteil der Menschen in unserer Gesellschaft kennt diesen Christus nicht.
Sie sehen nur das Folterwerkzeug Kreuz und den elendlich Dahinsiechenden, was für sie nachvollziehbar ein Skandal ist.

Ich denke, dass die Wurzel des Kruzifix-Steits eben daherrührt, dass das Christentum selbst von vielen Christen zu einem blossen Faktor der Kultur, zu einen nostalgischen Identitätssymbol degradiert wurde und wird.
Das Kreuz ohne "Inhalt", nur die Verpackung versteht halt niemand, wenn er die Botschaft nicht kennt.

Man kann die Sachdebatte nicht vor der Verkündigung führen.

Dieser Fehler wurde jedoch jahrzehnte kultiviert.
Den Salat, eben auch dieses unsägliche Urteil des EMGR, haben wir jetzt.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Türkei- ein Land voller Widersprüche

Es hat ein paar Tage gedauert, meine Gedanken zu sortieren, denn ich war mit dem festen Vorsatz in den Urlaub gefahren, mich am Strand zu erholen. Ein reiner, spiessiger All-Inclusive-Urlaub unter der Sonne des Südens der Türkei, der er eigentlich auch war.
Eigentlich.


Mit nach Hause gebracht habe ich Erinnerungen an ein Land, das voller Widersprüche, Gegensätzlichkeiten ist, ein Land, das sich irgendwie im Schwebezustand zwischen Moderne und Tradition zu befinden scheint, Erinnerungen an Menschen, die sich ebenfalls in diesem Schwebezustand befinden, nicht mehr wirklich wissen, wohin sie gehören, die in Gefahr sind, ihre Kultur, ihren Glauben zu verlieren, Menschen, die ohne Orientierung, ohne Zukunft sind. Menschen, die unglaublich viel leiden.


Meinen ersten Kontakt hatte ich zur Rezeptionistin unseres Hotels, mit der ich sofort Freundschaft schloss. Wir führten lange und tiefe Gespräche. Sie ist Alevitin, Angehörige einer religiösen Minderheit, einer Art muslimischen Sekte. Aleviten beten nicht in Moscheen, die meisten halten sich nicht für Muslime. Für sie steht der Mensch, die menschliche Freiheit, nicht Allah oder der Prophet im Mittelpunkt, weshalb sie im eigentlichen Sinn auch keine Gesetze haben, auch die fünf Säulen des Islams (Bekenntnis zum Islam, Gebet, Almosen, Fasten während des Ramadan und die Hadj-Pilgerfahrt nach Mekka) haben für sie absolut keine Bedeutung.
Türkan, die Rezeptionistin, sie ist in etwa in meinem Alter, wird nicht die erste Türkin sein, in der ich eine glühende Verehrin von Mustafa Kemal Atatürk finde, eine Verehrerin desjenigen, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts meinte, ein islamisches Land mit den Errungenschaften der französischen Revolution, der Aufklärung beglücken zu müssen.

Atatürk wird in der Türkei wie ein Übervater, fast wie ein Gott verehrt, er ist omnipräsent, sein Bild hängt in den Büros, den Amtstuben, den Teehäusern und in zweifacher Ausführung in Türkans Rezeption. Die Schulkinder, so wurde uns erzählt, versammeln sich jeden Morgen vor Schulbeginn auf dem Sportplatz, nein, nicht etwa um zu beten, sondern um ein von Atatürk verfasstes Loblied auf den türkisch-laizistischen Staat zu rezitieren.
Der Glaube ist, so wollte es Atatürk in seiner Idee der säkularen Türkei, Privatsache.
Ich habe in den zehn Tagen meines Aufenthalts genau zwei "echte" Muslime getroffen, die ihren Glauben praktizieren. Hüsseyin, unseren Reiseleiter, der uns in einer Moschee eine kurze, aber sehr fundierte Einführung in den Islam präsentierte und die Frau des Imams jenes Dorfes im Taurusgebirge, das wir am Mittwoch besuchten.


Um die Menschen, die ich traf, Türkan eingeschlossen, mache ich mir grosse Sorgen. Viele haben mir von ihren Leiden erzählt, Türkan hat keinen Mann, was sie traurig und verbitterst sein lässt. Keiner will sie haben, denn sie kann nach einer Totaloperation keine Kinder bekommen... Die Tradition verlangt jedoch Kinder in einer Ehe. Die Tradition, aber der Glaube?


Alle Menschen, die ich getroffen habe, arbeiten im Tourismus getrennt von ihren Familien, die zum Teil hunderte von Kilometern entfernt leben. Sie arbeiten und leben in einer künstlich erschaffenen, westlich-dekadenten Glitzer-Welt, die ihrer eigenen Tradition, ihrer Religion total zuwider läuft.
Die Männer, die Kellner, die Händler wissen, dass westliche Frauen sehr leicht "zu haben" sind. Ich hatte in den 10 Tagen meines Aufenthalts eindeutige Angebote von fünf Männern.
Als ich ihnen sagte, dass ich katholische Christin bin und wie die Muslime jungfräulich in die Ehe gehen möchte, und dass die Frau im Christentum wie im Islam als Hort des Lebens eine sehr grosse Würde hat, waren sie erstaunt. Noch nie hatte eine Frau aus dem Westen aus diesem Grund ein "Techtelmechtel" verweigert.

Was Atatürks Werk begonnen hat, nämlich die Zerstörung der islamischen Kultur durch die "Privatisierung" der Religion vollendet der Tourismus auf grandiose Weise. Leichtbekleidete, fettwanstige, bleiche nicht mehr ganz nüchterne Menschen laufen gröhlend durch die Strassen und Gassen, auf der Suche nach billigem Ramsch oder dem schnellen Abenteuer.
Einheimische verdingen sich für sehr wenig Geld sieben Tage die Woche, um die fettleibigen Menschen in Unterhemd und Badehose zu verköstigen und zu dauerbespassen. Viele von ihnen, darunter z.T. sehr junge Türken suchen Trost und Ablenkung in kurzlebigen Beziehungen zu den Touristen.
Atatürk hat den Menschen den Glauben, den Vater, Gott gestohlen, indem er sich selbst als Vater, als Gott darstellte. Die Folgen, Orientierungslosigkeit, Verlust der Identität, sind jetzt überall in der türkischen Gesellschaft sichtbar.
Hüsseyin, unser Reiseleiter, einer der beiden einzigen praktizierenden Muslime, die ich traf und der schmunzelnd behauptete, fünf Frauen zu haben, hat von der Frau mit grosser Ehrfurcht gesprochen, eben von der einzigartigen Würde, die sie als Frau, als Hort des Lebens besitzt. Niemand in unserer Gruppe hat das verstanden, ausser Agnes und ich, die beiden Katholikinnen.



Ein Grossteil der Menschen, die ich kennenlernen durfte, hat keine Zukunft, keine Aussicht auf ein normales Leben mit einer eigenen Familie. Das Tourismus-geschäft in der Türkei ist eine Männerwelt, eine sehr unterbezahlte. Die Frauen, die sie heiraten, mit ihnen eine Familie gründen könnten, wenn sie denn das Geld dazu hätten, sitzen im bitterarmen Anatolien, weit, weit weg.

Am Mittwoch besuchten wir ein halbzerfallenes Dorf in den Bergen. Dort habe ich zum ersten Mal, ausser meiner Freundin an der Hotel-Rezeption, Frauen und Kinder gesehen. Die Kinder steckten in schmutzigen zerlumpten Kleidern, sie liefen uns lachend hinterher, kletterten auf Felsbrocken und Zisternen. Die Frauen begrüssten uns leise und schüchtern lächelnd am Strassenrand. Ich wage zu behaupten, dass dieses Dorf, die erste Ortschaft ohne Kemal Atatürk Denkmal oder dafür mit einer Moschee so klein wie eine Garage, die wahre Türkei ist.

Ich habe Türkan, der Rezeptionistin versprochen, nächstes Jahr wieder zu kommen.
Ich glaube, ich muss ihr noch einiges sagen.

Freitag, 7. August 2009

Bundesverfassungsgericht stellt sich gegen Erziehungsrecht der Eltern

Das bringt mich schier auf die Palme:

Glaubensfreiheit durch den Erziehungsauftrag des Staates eingeschränkt


Der Staat masst sich also das Recht an, darüber zu befinden, ab wann der Staat Kinder vor ihren religiösen, also nach Auslegung des Gesetzgebers "fundamentalistischen" Eltern schützen muss. Weil er für sich in Anspruch nimmt, die Kinder areligiös, also "wertfrei" und damit besser zu erziehen als die Eltern.


Ich könnte anhand einiger Beispiele aufzeigen, dass die SE (faulheitsbedingtes Abkürzel der Sexualerziehung) in öffentlichen Kindergärten und Schulen (also Erziehung durch den Staat) alles andere als wertfrei ist.
Da wird Kindern schon in der Vorschule unverblümt suggeriert, dass Homosexualität und Promiskuität etwas absolut Normales und fundamentales Menschenrecht sind. Dass es vollkommen normal ist, schon als 12- jährige(r) sexuelle Erfahrungen zu sammeln, egal mit was und mit wem. Fünfjährigen Kindergartenkindern, die in diesem Alter nicht einmal geistig und motorisch voll entwickelt sind, werden auf drastisch anschauliche Weise noch so exotische Sexualpraktiken(!) vermittelt.

Ich höre nicht selten das Wehklagen vieler Eltern meiner Gemeinschaft, die sich bis hinauf zum Schulamt gegen fragwürdige Theaterstücke und Lern-Events in Schule und Kindergarten wehren, weil sie der Erziehung der Eltern völlig zuwiderlaufen. Und wir sprechen hier nicht über die Anleitung, einen Kuchen zu backen oder sich die Zähne richtig zu putzen. Die Eltern fordern für sich das Recht ein, als christliche Eltern ihre Kinder in wichtigen Fragen so erziehen zu können, wie sie es für richtig halten und, das ist das Allerwichtigste:
Als Eltern ihrer Kinder die letzte Entscheidungsinstanz zu sein.

Sind unsere Eltern deshalb religiöse Fundamentalisten?

Ganz von der Problematik der Sexualerziehung abgesehen:
Ich denke schon, dass das primäre Recht der Erziehung ausschliesslich bei den Eltern liegt, dass es also zuallererst die Entscheidung der Eltern ist, wie sie ihre Kinder erziehen wollen, egal in welcher Frage. Ich denke schon, dass zuerst die Eltern darüber entscheiden sollen und dürfen, was an aushäusigen Einflüssen sie ihren Kindern zumuten wollen und können. Und ich denke ausserdem, dass die höchste und letzte Autorität über die Erziehung der Kinder die Eltern sind, nicht der Staat.
Es ist ein starkes Stück, wenn von Seiten des Staates Eltern sehr schnell Mängel in der Erziehung unterstellt werden, er bei sich selbst aber von absoluter Fehlerfreiheit auszugeht.


Dass die Judikative jetzt offen den Staat dazu ermächtigt, sich über die erzieherische Entscheidungsfreiheit der Eltern (ob muslimisch, christlich oder freidenkerisch ist letztendlich wurscht. Eltern sein und als solche handeln zu können ist ein Naturrecht!) also sich über die Familie zu stellen, gar sie ersetzen zu wollen, finde ich mehr als bedenklich.

Donnerstag, 16. Juli 2009

Unkreativ

Nur ein kleines Lebenszeichen:

Ich bin momentan ein bisschen unkreativ, was mit den, wie immer vor den grossen Ferien, vielen Terminen mit meiner Gemeinschaft zusammenhängt und vielleicht auch am schlechten (Bio-) Wetter liegt.

Morgen fliege ich, wie neulich schon angekündigt für ein paar Tage nach Krakau.
Werd Euch davon erzählen.
Nächste Woche, wenn ich zurück bin, ausgeschlafen habe und das Wetter besser ist.

Czesc, to narazie!

Dienstag, 7. Juli 2009

Caritas in Veritate

Hab im Büro ein bisschen in die neue "Entzücklika" hineingelesen.

Das hier gleich zu Beginn des Schreibens hat mich sehr angesprochen:

Caritas in veritate – die Liebe in der Wahrheit, die Jesus Christus mit seinem irdischen Leben und vor allem mit seinem Tod und seiner Auferstehung bezeugt hat, ist der hauptsächliche Antrieb für die wirkliche Entwicklung eines jeden Menschen und der gesamten Menschheit. Die Liebe – »caritas« – ist eine außerordentliche Kraft, welche die Menschen drängt, sich mutig und großherzig auf dem Gebiet der Gerechtigkeit und des Friedens einzusetzen. Es ist eine Kraft, die ihren Ursprung in Gott hat, der die ewige Liebe und die absolute Wahrheit ist. Jeder findet sein Glück, indem er in den Plan einwilligt, den Gott für ihn hat, um ihn vollkommen zu verwirklichen: In diesem Plan findet er nämlich seine Wahrheit, und indem er dieser Wahrheit zustimmt, wird er frei (vgl. Joh 8, 22). Die Wahrheit zu verteidigen, sie demütig und überzeugt vorzubringen und sie im Leben zu bezeugen, sind daher anspruchsvolle und unersetzliche Formen der Liebe. Denn diese »freut sich an der Wahrheit« (1 Kor 13, 6). Alle Menschen spüren den inneren Impuls, wahrhaft zu lieben: Liebe und Wahrheit weichen niemals gänzlich von ihnen, denn sie sind die Berufung, die Gott ins Herz und in den Geist eines jeden Menschen gelegt hat. Jesus Christus reinigt und befreit die Suche nach der Liebe und der Wahrheit von unseren menschlichen Armseligkeiten und offenbart uns vollends die Initiative der Liebe und den Plan eines wahren Lebens, das Gott für uns vorbereitet hat. Die Liebe in der Wahrheit wird zum Gesicht Christi; und in Christus wird sie zur Berufung für uns, unsere Mitmenschen in der Wahrheit seines Planes zu lieben. Er selbst ist ja die Wahrheit


Ich werde sie am Wochenende ganz durchlesen. Und dann detailierter meinen Senf dazugeben.
Nur so viel schon jetzt:

Eigentlich müssten die ersten, eben von mir zitierten Zeilen schon vollkommen ausreichen.

Was in unserer Welt, besonders auch in der Ökonomie fehlt, ist die Caritas, von der der Papst spricht, die Liebe.
Eine Liebe, die nicht berechnend ist, ja sogar eine Liebe, die keine Gegenleistung erwartet.
Noch mehr: eine Liebe, die bereit ist, für den anderen zu sterben, zumindest ein bisschen, manchmal.

Ein anderes Wort dafür ist Barmherzigkeit.